Die Aufstiegspflicht bleibt bestehen

Die Aufstiegspflicht für den Meister der Oberliga der Ringer bleibt bestehen. Das ist das Ergebnis einer Sitzung des Verbandsausschusses des bayerischen Ringer-Verbandes. Nicht nur die Ringer des RSV Schonungen hatten darauf gehofft, dass die Regelung geändert wird.

Das Problem aus Sicht der Vereine sind die Kosten, die beim Aufstieg in die zweite Bundesliga entstehen. Sie sind nämlich deutlich höher als in der Oberliga, knapp 10 000 Euro mehr pro Saison. Außerdem sind eine Liga höher mehr ausländische Kämpfer erlaubt. Um wettbewerbsfähig zu sein, müsste ein Oberliga-Aufsteiger auch in diesem Bereich investieren. In der vergangenen Saison hatte die Problematik mit der Aufstiegspflicht für große Unruhe unter den Oberligisten gesorgt (wir berichteten). Nicht nur die Schonunger Ringer hatten mehrfach versucht, den Verband zum Einlenken zu bewegen und die Regelung zu ändern. Es war auch ein Aufstiegs-Verzicht aller Oberligisten im Gespräch, der bedeutet hätte, dass man aufgrund der Statuten in der untersten Klasse hätte neu aufbauen müssen.

Die Angst vor dem Aufstieg wirkte sich auch auf die Ergebnisse in den Kämpfen aus, die Meisterschaft – eigentlich ja sportlich das höchste Ziel, das man erreichen kann – war vergangene Saison für fast alle Vereine nicht das höchste der Gefühle.

Am Ende gab es natürlich doch einen Ersten, der Ex-Bundesligist SV Untergriesbach. Der hat sein Aufstiegsrecht auch wahrgenommen, startet nun 2016 in der Zweiten Bundesliga. Ein Rückzug in die unterste Klasse war keine Option. „Wir sind ohnehin nur Meister geworden, weil andere Teams nicht aufsteigen wollten. Absichtlich Kämpfe zu verlieren, kam aber nicht in Frage. Das wollten wir den Fans und dem Sport nicht antun, das geht nicht“, verdeutlicht Benedikt Heindl, der Untergriesbach in der vergangenen Runde trainierte und selbst noch auf der Matte stand. „Wir werden uns jetzt auf dem Transfermarkt umsehen. Ich glaube aber, dass wir noch bis zum Beginn der Saison brauchen, um die Sponsoren an Bord zu bekommen, die man benötigt, um das Ganze zu stemmen.“

Für den 23-Jährigen ist nicht nur die Gebührenordnung, sondern auch die Ausländerregelung eine Hürde für Oberligisten. „Kleine Vereine mit guter Nachwuchsarbeit scheuen sich vor der zweiten Liga, weil sie meist das Geld nicht haben, die ausländischen Ringer zu bezahlen. Mit unserer Oberliga-Mannschaft wären wir in der zweiten Liga wohl auch nicht konkurrenzfähig und brauchen Verstärkungen, weshalb noch ein großer Berg an Arbeit vor uns liegt.“ Wie Schonungens Chef-Trainer Thomas Rösner favorisiert Heindl eine Änderung der Ausländerregelung in der zweiten Liga, „das würde dann dazu führen, dass deutsche Sportler wieder mehr gefördert werden und dann auch zum Einsatz kommen.“ RSV-Coach Rösner hat das Hin und Her und die vielen Diskussionen 2015 mitgenommen. „Ich bin momentan einfach nur müde. Noch so eine Saison will ich auf gar keinen Fall mehr erleben. Wir werden in der kommenden Saison mit unserer besten Mannschaft kämpfen, das kann ich versprechen.“ Wie alle anderen Oberligisten auch, hat sich der RSV mit den Regeln abgefunden und zum Stichtag 31. Januar erneut eine Mannschaft in der Oberliga gemeldet.

Die Wogen sind für den erfahrenen Coach aber keinesfalls geglättet. Vor allem der Ablauf der jüngsten Sitzung im BRV-Verbandsausschuss unter dem Verbandspräsidenten Manfred Werner aus Würzburg stört die Vereine. Abgestimmt wurde über den Antrag der Vereine, die Aufstiegspflicht zu ändern, nicht, da er nicht auf der Tagesordnung der Sitzung stand. Diskutiert haben die Funktionäre aber durchaus, rund eineinhalb Stunden das Für und Wider abgewogen. „Das Ergebnis, dass die Aufstiegspflicht bestehen bleibt, ist Fakt“, bestätigt Verbands-Präsident Werner. „Die Vereine müssen nun mit der Entscheidung klarkommen. Eine andere Möglichkeit gibt’s nicht“, verdeutlicht BRV-Vizepräsident Erich Stanglmaier.

Quelle: Dominik Großpietsch/ Schweinfurter Tagblatt