Nach dem 22:11 gegen Hof belegen die Schonunger Ringer wieder einen Nichtabstiegsplatz: „Wir geben die Hoffnung nicht auf!“

SCHONUNGEN – Als dann auch noch Max Wendel im letzten Kampf Namenskollege Max Osterhoff auf die Schultern legte, da verwandelte sich die kleine, enge und mit 150 Zuschauern gerade mal halb gefüllte neue Ringerhalle des RSV Schonungen endgültig in ein Tollhaus. Nun gut, es ging an sich um nichts mehr, der Gesamtsieg der Hausherren gegen den ASV Hof stand schon fest. Doch Wendel schlitterte in eine klare Niederlage und drehte den Kampf mit einer einzigen Aktion.

„Er liegt aussichtslos zurück und gewinnt noch…“, lobte Trainer Thomas Rösner sein Talent, eines von vielen, das diesmal einen echten Beitrag leisten konnte für den vierten Saisonerfolg. Wie auch Julian Full zuvor, der im neunten Kampf des Abends gegen Alexander Puchte mit seinem 1:0-Punktsieg endgültig den Triumph eintütete. Oder wie auch Andreas Hümpfer, der gegen Hofs Anthony Sanders zuvor eine Viererwertung für den Gegner so gerade noch vermied. Das alles waren am Samstagabend Bausteine.

„Die Kämpfe liefen alle so wie erwartet“, war Rösner danach ein wenig nüchtern und erwies sich als guter Vorhersager, weil er auch ahnte, dass Wendels Gegner Osterhoff ein wenig überheblich und dann leichtsinnig wurde nach der klaren Führung. Full hätte der Coach sogar gerne höher siegen sehen, „doch für ihn ging´s alleine darum zu gewinnen, nicht um einen Schönheitspreis“.

Anfangs lief alles wie fast immer: In den vier untersten Gewichtsklassen räumten die Herren Mandica, Dudau, Gelaschanov und Klein für Schonungen die maximale Punktzahl ab. Doch auch Tobias Doile als zweitschwerster Mann siegte mit 1:0 gegen Kai Schramm. So ergab sich am Ende ein haushoher Triumph für die Unterfranken in der zweithöchsten Deutschen Ringerliga.

„Wir sind noch dabei, wir geben die Hoffnung nicht auf. Am Ende werden die Punkte gezählt“, sagt Thomas Rösner über die Chancen auf den Klassenerhalt. Am ASV Au und an Burgebrach zogen die RSV´ler in der Tabelle wieder vorbei, belegen aktuell einen Nichtabstiegsplatz, bestreiten nun aber die nächsten beiden Kämpfe ausgerechnet gegen diese beiden Rivalen. Und müssen eigentlich gewinnen, nachdem die dann folgenden drei Aufgaben von der Papierform her unlösbar erscheinen.

Doch die Oberliga ist gnadenlos, der Verband sorgt zudem für ein ziemliches Chaos. Denn nachdem der momentane Erste Johannis Nürnberg 2 als zweite Mannschaft nicht aufstiegsberechtigt ist in die Bundesliga, müsste der am Ende Zweiter aufsteigen – und würde bei einem Verzicht vier Ligen nach unten versetzt. Nur: Niemand will aufsteigen und das finanzielle Wagnis „1. Bundesliga“ eingehen.

Und so kam es auch am Samstag wieder zu einer kuriosen Heimniederlage der Lichtenfelser, laut Thomas Rösner „definitiv die beste Mannschaft der Liga“. gegen Freising, das nun plötzlich Zweiter ist, das aber – man mag es zumindest befürchten – demnächst vielleicht mal lieber gegen Au und Burgebrach verliert, um nicht in den Gewissenskonflikt zu kommen.

Man mag es sich gar nicht ausmalen was wäre, wenn die Schonunger diese Saison immer in Bestbesetzung hätten antreten können, also vor allem mit den aktuell verletzt fehlenden Leistungsträgern Rudi Schwanke oder Tobias Hofmann. „Ein Mittelfeldplatz wäre allemal drin“, denkt Rösner. Und dann bei Vollgas vielleicht sogar Rang zwei, derzeit nach elf von 16 Kämpfen gerade mal vier Punkte entfernt. Für Hof nach Minuszählern sogar gerade mal deren zwei.

Bei den Oberfranken ist man zurecht stolz darauf, mit lauter Einheimischen eine so gute Rolle in der Oberliga zu spielen. Trotz des 11:22 am Samstagabend in Schonungen. Man möchte sich wünschen, dass beide Mannschaften nächste Saison wieder zwei Mal aufeinandertreffen. Und zwar genau in dieser Oberliga, die für den RSV am 18. November zum Highlight ruft: Im Derby gegen Burgebrach wird es in der neuen Ringerhalle sicherlich kuschelig eng…

Ringen, Oberliga Bayern: RSV Schonungen – ASV Hof: 22:11 (13:4)
Es punkteten für Schonungen: Alexandru-Vasile Mandica, Andrei-Vasile Dudau, Gamsat Klein, Machs Gelaschanov, Max Wendel (je 4), Tobias Doile, Julian Full (je 1); ohne Punkte: Andreas Hümpfer, Markus Schäfer, Florian Doile.

Die restlichen fünf Saisonkämpfe der Schonunger Ringer:
ASV Au/Hallertau – RSV Schonungen 11.11.2017
RSV Schonungen – TSV Burgebrach 18.11.2017
Johannis Nürnberg II – RSV Schonungen 25.11.2017
RSV Schonungen – ASC Bindlach 02.12.2017
SV Untergriesbach – RSV Schonungen 09.12.2017

Quelle: In und um SW/ Michael Horling