Niederlage beim Tabellenführer: Vom jüngsten zum ältesten Kämpfer: Tobias Hofmann steht für den Umbruch bei den Schonunger Ringern, die nun zwei heiße Heimkämpfe haben

SCHONUNGEN – Rund zehn Jahre ist es her, als die Schonunger Ringer am Tor der 2. Bundesliga klopften. Damals ging der Stern von Tobias Hofmann auf, der nach einem inzwischen großen Umbruch im Kader noch immer dabei ist als inzwischen Routinier. Nun steht der RSV vor zwei heißen Heimkämpfen binnen weniger Stunden.

Vergangenen Samstag verloren die Schonunger nicht unerwartet bei Tabellenführer Oberölsbach ihren ersten Bayernliga-Rückrundenkampf. Beim 7:28 punkteten nur Alexandru-Vasile Mandica (4), Marin Periteanu (2) und Andreas Hümpfer (1). Tobias Hofmann blieb wie Willi Merz, Nino Puhalo, Robert Konschu, Florian Doile und Tobias Doile erfolglos. Mit 7:7 Zählern ist der RSV solides Mittelmaß.

Vor den beiden Heimkämpfen am Samstagabend gegen Unterdürrbach (Derby!) und den Tabellenzweiten aus Hof am Allerheiligenabend rund 46 Stunden später sprach SW1.News mit Hofmann.

Tobi, zunächst zu Oberölsbach, wo Ihr Euch ohnehin wenige Chancen ausrechnen konntet. Du hast gegen Denis Horvath deutlich verloren. War hier wie da gar nichts drin?
Tobias Hofmann: Denis Horvath ist ein international erfahrener Mann und mir hängt meine Erkältung von vor drei Wochen noch im Körper. Ich denke, wenn ich fit bin, wäre es möglich, mit ihm über die Zeit zu ringen, mehr aber wahrscheinlich eher nicht.

Du warst diese Saison bislang nicht immer dabei, fehltest auch mal. Weshalb das?
Tobias Hofmann: Ich stand dieses Jahr sechs mal auf der Matte. Gegen Regensburg habe ich auf Grund einer Erkältung gefehlt, die ich die letzten beiden Kämpfe noch sehr stark gemerkt habe.

Man vermisst generell ein paar der früheren Namen: Machs Gelaschanov, Gamsat Klein oder Rudi Schwanke. Was ist mit denen: Seid Ihr voll im Umbruch?
Tobias Hofmann: Der Umbruch ist denke ich deutlich zu sehen. In der Meistersaison 2009 war ich einer der jüngsten in unserer damals allgemein recht jungen Mannschaft. Letzten Samstag war ich zum erstem Mal der älteste in der Mannschaft. Der ein oder andere der Meistermanschaft hat ja bereits mit dem Ringen aufgehört oder hält sich ab und an im Training noch etwas fit, andere wollen eigentlich schon seit längerem aufhören. Machs Gelaschanov zum Beispiel hat mit Corona quasi mit dem Ringen aufgehört. Gamsat schafft es aus privaten Gründen aktuell zeitlich nicht und Rudi hat bisher genau wie ich nur einmal verletzungsbedingt gefehlt.

tell´ doch bitte mal zwei oder drei der dafür ins Team gerückten Jungs vor. Werden Marin Periteanu, Willi Merz, Nino Puhalo oder Robert Konschu die Zukunft des RSV sein?
Tobias Hofmann: Marin haben wir 2018 zufällig in der Disco getroffen und ihn überredet, dass er doch mal zum Training kommen soll. Seitdem ist er bei so gut wie jedem Training. Er hat quasi bei uns als Quereinsteiger das Ringen gelernt. Die anderen drei, genau wie Linus Gerhardt, durfte ich in der Jugend schon als Jugendtrainer auf Turnieren begleiten, jetzt kämpfen sie neben mir in der ersten Mannschaft. Sie sind alle noch sehr jung und kämpfen oft gegen gestandene Männer mit großer Erfahrung, dafür verkaufen sie sich meiner Meinung recht ordentlich. Für Willi Merz ist es bereits die dritte Saison in der ersten Mannschaft. Der Rest ist gerade frisch in den Männerbereich gekommen. Ich hoffe sehr, dass sie die Zunkunft unserer Mannschaft sind.

Kann man langfristig mal wieder an die Oberliga denken – oder werden diese Zeiten vorbei sein? Oder anders gefragt: Wäre eine Teilnahme an der Oberliga mit weiten Reisen bis ins Berchtesgadaner Land überhaupt nochmal erstrebenswert?
Tobias Hofmann: Ich denke hier immer sportlich und möchte immer so hoch wie möglich kämpfen. Aber aktuell ist die Bayernliga genau die richtige Liga für uns. Der Schritt von der Jugend in die Oberliga ist einfach riesig. Die Bayernliga ist vom Niveu her auch sehr stark, weshalb die Jungen es auch hier mit sehr starken Gegnern zu tun haben, jedoch auch immer wieder ein Sieg möglich ist. Für einen Aufstieg in die Oberliga ist es umso wichtiger, dass sich unsere 2. Mannschaft etabliert und möglichst viele Jugendliche ihren ersten Schritt in den Männerbereich dort machen können.

Nun geht´s endlich mal wieder nach langen Jahren am Samstag zunächst gegen Unterdürrbach aus Würzburg. Untereinander verstehen sich beide Vereine bestens. Lindert sowas ein bisschen die Brisanz?
Tobias Hofmann: Beide Mannschaften verstehen sich sehr gut, das stimmt. Ich bin ab und an in Kontakt mit Julian Hemmerich, einem der Unterdürrbacher Trainer. Wir kennen uns schon ewig, da wir in der Jugend regelmäßig gegeneinander gerungen haben. Aber nur weil man sich Abseits der Matte sehr gut versteht, bedeutet das nicht, dass man auf der Matte nicht unbedingt gewinnen möchte. Ich denke es wird ein sehr spannender Kampf, bei dem auch die Emotionen nicht zu kurz kommen, was man im Hinkampf bereits sehr gut sehen konnte.

Duelle gegen Hof waren bislang hingegen immer heiß. Wieso sollten Sportinteressierte unter unseren Lesern am Samstag oder Montag unbedingt mal in Schonungen vorbei schauen?
Tobias Hofmann: Die Hofer waren für uns die letzten Jahre immer ein Gegner, der uns nie so richtig gelegen hat. Sie sind mit ihrem Umbruch schon etwas weiter und haben einige junge Männer in der Mannschaft, die sich dort aber schon seid ein paar Jahren etabliert haben. Kämpfe gegen Hof waren die letzten Jahre immer recht knapp, was die Stimmung in der Halle natürlich anheizt.

Wie kommt´s zu dem ungewöhnlichen Termin an Allerheiligen?
Tobias Hofmann: Unser Kampf gegen Hof konnte leider nicht an dem geplanten Samstag statt finden, weshalb wir nach einem Ausweichtermin suchen mussten. Nach Abstimmung mit den Verantwortlichen von Hof haben wir uns dann für diesen Termin am späten Montagnachmittag entschieden.

Wer es nicht weiß: wo findet man Euch, wie kommt man am bester zu der Halle?
Tobias Hofmann: Unsere Halle ist eigentlich recht einfach zu finden. Im Ort einfach zunächst Richtung Schwimmbad/ Realschule fahren und dann den Berg immer einfach gerade nach oben. Hinter dem Naturfreundehaus befindet sich die Halle. Die Adresse ist Galgenberg 16 in Schonungen
maps.app.goo.gl/9axz6rRKzJT2oect8

Was machst Du persönlich beruflich – und wie lange wird man Dich noch auf der Matte sehen können?
Tobias Hofmann: Von Beruf bin ich Maschinenbauingenieur bei der ZF Friedrichshafen AG. Ringen möchte ich eigentlich so lange es geht und ich von schlimmeren Verletzungen verschont bleibe. Ich denke, ohne Ringen würde mir einfach auch etwas fehlen!

Wir danken für das Gespräch und wünschen alles Gute!

Ringen, Bayernliga Nord:

Samstag 30.10.2021, 19.30 Uhr:
RSV Schonungen – TV Unterdürrbach

Montag, 01.11.2021, 16.00 Uhr:
RSV Schonungen – ASV Hof

Vorkampf in der Gruppenliga:

RSV Schonungen II – ASV Hof II (ab 14.45 Uhr)

Quelle: In und um Schweinfurt (Michael Horling – siehe Link: Vom jüngsten zum ältesten Kämpfer: Tobias Hofmann steht für den Umbruch bei den Schonunger Ringern, die nun zwei heiße Heimkämpfe haben – Lokale Nachrichten aus Stadt und Landkreis Schweinfurt (in-und-um-schweinfurt.de)